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Kommunikation ist… |
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Beispiel für die Fortentwicklung
einer
Einzelfallberatung hin zur
langjährigen Unternehmens-/Unternehmer-Beratung
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Das konkrete Alltagsbeispiel wurde deshalb ausgewählt, weil in ihm alle drei Sparten „Wirtschaft“, „Wirtschaft & Sport“ sowie „Sport“ vertreten sind.
Es finden sich unternehmerische, leistungssportliche, innerfamiliäre, konflikthafte wie mediative Momente samt ihren Verbindungen und Verflechtungen. Insofern dokumentiert sich hier ganz konkret eine der vielen
möglichen Ausprägungen der Arbeiten von Komm-Power.
Die langjährige Begleitung einer mittelständischen Unternehmerfamilie begann
in einem gänzlich anderen Beratungsfeld als dem wirtschaftlichen. Sie
startete mit einer Nachfrage wegen schulleistungsbezogener Defizite des
12-jährigen Sohnes der Familie. Es stand zu befürchten, dass der Schüler das
Ziel der 6. Klasse eines Gymnasiums nicht erreichen würde.
Neben der schulischen Frage stellte sich auch die nach der
leistungssportlichen Motivation des Jugendlichen. Beide Eltern hatten selbst
Leistungssport betrieben und Sohn wie Tochter in ihrer eigenen Sportart
gefördert. Analog zur schulischen Entmutigung hatte sich beim Sohn ein
Desinteresse im Sport eingestellt.
Der schulische Leistungszustand machte den Eltern die üblichen Sorgen von
Eltern um eine zufriedenstellende berufliche Perspektive ihrer Kinder; die
mangelnde Einsatzbereitschaft frustrierte beide Elternteile angesichts des
selber an den Tag gelegten Einsatzes während ihrer eigenen Sportlerkarriere.
Die Analyse der Gegebenheiten kam kurz gefasst zu dem Ergebnis, dass hier im
Verhalten der Eltern gegenüber beiden Kindern eine fast schon typische
Problematik von Elternhäusern in Unternehmerfamilien virulent war. Als
erfolgreiche Persönlichkeit überträgt man die wirtschaftliche und dort
sinnvoll oder vielleicht gar notwendige Dynamik auf die Erziehung. Das
jedoch funktioniert kaum. Die kindliche Entwicklung erfordert eher
Begleitung, ein defensives Vorbild oder ein Gewährenlassen für eigene Erfahrungen. Erziehung steht
mithin konträr zu dem Vorbild von aktiver Dynamik bzw. einer auf Durchsetzung
ausgerichteten Geschäftswelt, der scheinbar unumgänglichen Grundlage für
Erfolg im Geschäftsleben.
Allzu drastische Forderungen, ausgerichtet am eigenen täglichen Tun, führen
zur kindlichen Überforderung. Fehlen dann noch emotionale, verstehende
Bezüge entwickelt sich ein u. U. massiver Widerstand. Daraus ergibt sich
ggf. sogar eine generell gestörte Beziehung zwischen Eltern und Kindern.
Je
nach Konstellation ergeben sich auch noch zusätzlich Konflikte zwischen
Ehe-/Lebenspartnern, wenn unterschiedliche Erziehungs- vorstellungen zum
Vorschein kommen. Dies war hier nicht der Fall, da sich die Eltern in
ihrer erzieherischen Ausrichtung einig waren.
In der beschriebenen Problemlage gibt es nach einer umfassenden
Test-Diagnostik zwei prinzipielle Vorgehensweisen: man richtet seine
beratende Tätigkeit ohne Betreuung des Kindes auf Verstehen, Umdenken und
Verhaltensänderung der Eltern aus oder man befasst sich therapeutisch mit
dem Kind selbst. Im ersten Fall hofft man auf die Einstellungsänderung der
Eltern im häuslichen Bereich und so mittelbar auf die Verhaltensänderungen
des Kindes. Im zweiten arbeitet man direkt mit dem Kind/Jugendlichen und
ergänzt dies ggf. durch die nachgeordnete Beratung der Eltern, damit diese
die getroffenen Maßnahmen zumindest verstehen, u U. sogar unterstützen
können und sie nicht im Alltag torpedieren.
Beim Versuch der Elternarbeit und Umstrukturierung ergab sich, dass die
Eltern zwar der Analyse zustimmen konnten, sie jedoch nicht die Zeit und die
Kraft zur Umstellung mit einer Trennung von beruflichem und erzieherischem
Verhalten aufzubringen vermochten.
Mithin verblieb nur die Möglichkeit, mit dem Jugendlichen selbst zu
arbeiten. Als ebenso hilfreich wie unerwartet erwies sich das Ergebnis einer
kognitiven Leistungsüberprüfung. Seine allgemeinen Fähigkeiten bewegten sich
am Rande einer Hochbegabung. Leistungsbereitschaft und -umfang eines
Konzentrationstests ergaben ebenfalls überdurchschnittliche Werte.
Der Jugendliche erhielt eine klassische Gesprächspsychotherapie. Daneben
absolvierte er mehrmals sportunterstützte Trainingswochen für belastete
Jugendliche mit dem Therapeuten und dessen Team in einer anderen Sportart
als der eigenen. Dennoch, er zeigte auch hier Höchstleistungen, so dass eine
Förderung von Selbstwert und Selbstvertrauen nicht allzu schwer fiel. Zu
Hause begleitet mit der Aufarbeitung und Verstärkung dieser Erfahrungen
konnte er zunehmend seine Leistungsressourcen ausschöpfen und entwickelte
sich zu einem mittelmäßigen bis guten Schüler.
Nach dem Erreichen einer Normalisierung wurde die Behandlung im allgemeinen
Einverständnis abgeschlossen, auch deshalb, weil die Notwendigkeit zur
Fortsetzung nach dem Erreichen dieses Sachstands einem inzwischen
14-jährigen Jugendlichen mit anderen Lebensprioritäten nur schwer zu
vermitteln ist.
Jahre später meldete sich der Vater eines Tages zutiefst
betroffen. Seinem Sohn ging es immer noch relativ
gut. Er besuchte ein Sportinternat und hatte sich derweil in die Spitze
seines Jahrgangs vorgearbeitet.
Die Ehe kriselte und ein Ende drohte. Bei existenziellen
wirtschaftlichen Problemen konzentrierte sich die Energie auf den
Firmenerhalt; private Aspekte wurden vernachlässigt. Im Gefolge wurden weit auseinanderlaufende Vorstellungen von Partnerschaft sichtbar, die zu einer
sehr divergent bewerteten Beziehung der Mutter und Ehefrau zu einem anderen
Mann geführt hatten.
Den Ehepartnern wurde das Angebot einer nicht-direktiven Ehetherapie unterbreitet, auf das sie jedoch nicht
konsequent eingingen. Beide Partner suchten zwar immer wieder den Kontakt,
sei es einzeln oder getrennt. Die Einzeltermine waren dann aber bestimmt
durch massive Schuldzuweisungen an den jeweils anderen. Bei den gemeinsam
absolvierten Terminen kam es zu intensiven Kämpfen oder auch zu Tränen auf
beiden Seiten. Vereinzelt wurden Gespräche mit dem abrupten Verlassen der
Räumlichkeiten durch einen der Beteiligten beendet. Weder die Hinzuziehung
einer Co-Therapeutin noch das Einführen von Regeln zur Streitschlichtung
führten zu befriedigenden Ergebnissen. In der nun gegeneinander geführten
Auseinandersetzung kamen die kämpferischen Persönlichkeitsmerkmale beider
Personen in
anderer Form zum Tragen, die sich bereits in der Erziehung als höchst
problematisch erwiesen hatten.
Erst Schicksalsschläge auf beiden Seiten sowie die Sorge um die nun deutlich
schwieriger als ihr Bruder gewordene, teils bereits gefährdete Tochter ließ
beide wieder zugänglicher zueinander werden. Zwar wurden Positionen
weiterhin hartnäckig vertreten, jedoch konnte tatsächlich in gleicher Weise
eine Offenheit gegenüber dem anderen gefunden werden, so dass nach einiger
Zeit wieder ein Miteinander möglich wurde. Das Paar war sich einig, dass es
nun keine Hilfestellung mehr brauchte, was sich sachlich als sehr
fragwürdig darstellte, aber zumindest eine Gemeinsamkeit beinhaltete.
Als der Unternehmer sich Monate später noch einmal ausführlich bedanken
wollte, stellte sich heraus, dass wir schon seit Jahren gleichzeitig
denselben Ort zum Skifahren besucht hatten. Es wurde ein Treffen vereinbart.
Am gemeinsam verbrachten Tag blieb es natürlich nicht bei rein sportlichen
Aktivitäten. Die aktuellen Sorgen kamen zur Sprache. Weil es aber wenig Sinn
macht, nach einer mehr oder minder rasanten Abfahrt oder in ein gemeinsames
Abendessen geschäftlich kritische oder intime private Themen einzubauen, wurde ein fester
Termin eingerichtet, an dem je nach Bedarf ein einzelnes Mitglied der
Familie oder Teile oder alle zusammen teilnahmen. Fernab von zu Hause und
der alltäglichen Hetze ließen sich viele Fragen wesentlich ruhiger und
konstruktiver angehen: ein Paradebeispiel für ein integriertes personal-, family- und business-escorting.
Inzwischen hat sich das escorting zu einer Institution entwickelt.
Anfänglich waren noch die zunehmend selbstbewussteren Kinder beteiligt und
suchten Unterstützung. Sie führen nun ihr eigenes Leben und kommen nur noch
ab und an zu einer Stippvisite vorbei, wenn sie denn einmal Zeit haben. Die
Themen haben sich mehr vom familiären Aspekt zum Geschäftlichen hin
entwickelt.
In dieser Beschreibung zeigt sich prototypisch die Ausformung eines
escortings in seiner ganzen Bandbreite mit Erfolgen, Teilerfolgen und
Misserfolgen samt laufender Veränderungen. Der Einzelfall zeigt auf, wie in
konkreten Situationen Abläufe kreativ nach den gegebenen Bedürfnissen
ausgestaltet werden können. Sportliches lässt sich dabei zur Entspannung
durchaus integrieren. (s. a. Intensivwoche mit Sport) |
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